Grün im öffentlichen Bereich

Grün, auch im öffentlichen Raum, benötigen wir mehr davon in Esslingen? Die Antwort muss eindeutig JA lauten. Ein Blick in die Fakten zeigt: Esslingen hat laut Daten des Statistischen Bundesamt insgesamt 4642 ha Gesamtfläche, davon jedoch nur einen vergleichsweise geringen Anteil an Grünfläche mit 60,08%. Im Vergleich dazu: Pforzheim hat einen Anteil von 83,5% Grünflächen, Freiburg 81,6%, Reutlingen 79,6%, Stuttgart 69,9%! (https://interaktiv.morgenpost.de/gruenste-staedte-deutschlands/)

Dass es immer mehr Menschen in die großen Ballungsgebiete zieht, hat ohne Zweifel soziale, kulturelle und auch ökologische Vorteile. Aber die Verdichtung der Städte bedeutet auch Verlust von natürlichem Lebensraum, weshalb Wissenschaftler aller Sparten der  Begrünung der Städte zunehmend einen immer höheren Stellenwert einräumen.

Warum brauchen wir mehr Stadtgrün in Esslingen?

Öffentliche Grünflachen leisten einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel.

Dass die Begrünung unserer Stadt eine immer größere Rolle spielt, haben die Bewohner Esslingens in den letzten heißen Sommern selbst gespürt, wo nach einigen Hitzetagen die Stadt sich enorm aufgewärmt hat und auch nachts keine Abkühlung mehr da war. Vor allem bei älteren Bewohnern der Stadt hatte dies auch zu massiven gesundheitlichen Problemen geführt. Spürbar wohltuend waren da die schattenspendenden Bäume und das Grün der Maille.

Mit Blick auf die zunehmenden Hitzewellen können schon kleinere Grünanlagen die Temperaturen im Vergleich zur bebauten Umgebung um drei bis vier Grad senken! (Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, 6, Juni 2019)

Fazit: Naheliegend wäre deshalb eine massive Ausweitung der Begrünung auf weitere Teile der Stadt!

Es gilt zu prüfen, wieviel und welche möglichen Flächen entsiegelt und begrünt werden könnten.

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Nicht nur die freien Flächen und Plätze der Stadt, auch etliche Fassaden ließen sich mit Rankpflanzen abschatten. Begrünte Fassaden hätten positive lufthygienische und stadtökologische Wirkungen. Außerdem bieten sie Insekten und Vögel Lebensraum im Stadtgrün. Begrünte Dächer würden das Kleinklima spürbar verbessern. An mancher Straße ließen sich Allee-Bäume pflanzen. Für Bewohner größerer Wohnanlagen sollten Anreize geschaffen werden, Innenhöfe aktiv und in Eigenregie zu bepflanzen. So könnte nicht nur das Mikroklima spürbar verbessert werden, auch auf das Zusammenleben in der Stadt würden sich begrünte Zonen günstig auswirken. Öffentliche und private Grünflächen fördern den sozialen Zusammenhalt. Nachweislich und wissenschaftlich bestätigt lässt sich das Wohlbefinden und die seelische und körperliche Gesundheit durch  „mehr grün“ positiv beeinflussen!

Beispiel Bahnhofsvorplatz: Hier ist im Sommer bei starker Hitze ein Aufenthalt unmöglich. Ein paar schattenspendende Bäume würden hier zu einer ganz anderen Aufenthaltsqualität führen.

Beispiel Fassadenbegrünung: Begrünte Fassaden hätten positive lufthygienische und stadtökologische Wirkungen. Außerdem bieten sie Insekten und Vögel Lebensraum im Stadtgrün.

Beispiel Wasser als Lebensraum:
Sommer 2019: Bienen am Zwiebelbrunnen in der Esslinger Altstadt

Öffentliche Grünflächen fördern den gesellschaftlichen Zusammenhalt

Grünflächen bieten Räume der Begegnung zur Integration und Teilhabe. Es gibt bundesweit erfolgreiche Beispiele für die Schaffung von Gemeinschaftsgärten unter Beteiligung der Menschen vor Ort aus unterschiedlichen Altersgruppen, Kulturen, Religionen und sozialen Schichten.

Öffentliche Grünflächen sind Teil der urbanen Infrastruktur

Das sogenannte Stadtgrün stellt eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zur grauen Infrastruktur dar und ist unverzichtbar für eine nachhaltige Stadtentwicklung Esslingens. Es fördert unmittelbar die Lebensqualität und Attraktivität unserer Stadt.

Blumenwiesen | Städteökologie für mehr Artenvielfalt

Wir möchten …

  • die Entsiegelung von Flächen mit nachfolgender Begrünung.

  • dass Grünflächen naturnah und artenreich gestaltet werden.

  • „lebendige“ Gebäude, beispielsweise durch Fassadenbegrünung und Dachgärten.

  • dass Flächen multifunktional genutzt werden.

  • die Aktivierung der Kanal- und Flussufer, durch Gewässerrenaturierung.

  • grüne Straßenräume, durch Bäume beschattete Sitzmöglichkeiten

  • wohnortnahe und möglichst vernetzte Grünflächen

  • Förderung und Anregung zur Begrünung von Innenhöfen und kleiner Hausgärten.

Ungenutztes Potential